Grafische Techniken
Grafiken und grafische Techniken wurden in erster Linie nicht genutzt, um sich so künstlerisch auszudrucken, vielmehr entstanden die ersten Grafiken – und auch ihr Druck – durch den wachsenden Bedarf an Andachtsbildern, die in verschiedenen Klöstern als Grafik von Hand gezeichnet wurden, denn durch den Verkauf dieser beliebten Bildchen gelangten Klöster an ihr Einkommen. Um größere Mengen produzieren zu können, entstanden bald Kupferstiche, die den bis dahin viel genutzten Holzdruck ablösten und im Gegensatz zu diesem auch mehrere Farbtöne auf der gedruckten Grafik sichtbar machten. Der Kupferstich wurde bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts für fast alle grafischen Buchillustrationen genutzt.
Albrecht Dürer war ein Meister in der Anfertigung einer Grafik und brachte diese ebenso kunstvoll auf Holz oder Kupfer auf. Dürer, aber auch Tizian, Michelangelo und Raffael bemerkten, dass eine Grafik über einen Druck sehr viel besser verkauft werden konnte, da auch die Masse der hergestellten Bilder sehr viel größer war, als bei handgezeichneten Exemplaren. Dürer gründete einen eigenen Verlag, in dem seine Grafiken gedruckt und quer durch Europa verbreitet wurden.
Zwar war es zeitaufwendig, einen Kupferstich herzustellen, aber eine Grafik konnte so fast unbegrenzt häufig gedruckt werden, woraus natürlich in ganz Europa schnell ein florierender Kunsthandel entstand, der für die früher “Grafiker” ebenso von Vorteil war, wie für die Käufer.